Operation Dr. Döner (2)
(Teil 1)
Wenig später startet ein Flugzeug voller aufgeregter Pilger und Laser-Patienten in Richtung Istanbul. Jährlich lassen sich inzwischen mehrere zehntausend Deutsche im Ausland behandeln: Egal ob Zähne, Brüste oder Augen. Für beide Seiten ist dieser Medizin-Tourismus ein gutes Geschäft. Die Patienten sparen Behandlungskosten und die Kliniken verdienen mit Ausländern deutlich mehr als mit den Einheimischen.
Nur sind die Standards dieselben? Als ich im Flugzeug eine kalte und bereits angeknabberte Mahlzeit bekomme, kriechen wieder die Zweifel in mir hoch. Was, wenn ich solche Augen serviert kriege? Neben vielen positiven Berichten hatte ich auch einen sehr negativen TV-Beitrag gesehen. Von einem Mann, dessen Augen sich nach einer OP entzündeten. Der jetzt so gut wie nichts mehr machen kann – außer blind seiner Frau im Weg rumzustehen.
Wenn es mir in der Klinik nicht gefallen sollte, dann lass ich es, sage ich mir immer wieder. Ich müsste dann nur die Reisekosten tragen – so das Angebot der Vermittlungsagentur. Die Voruntersuchung sei kostenlos. Die OP selber würde etwas über Tausend Euro kosten. Knapp die Hälfte bis ein Drittel von dem, was Ärzte in Deutschland für eine so genannte “Lasik” verlangen. Bei dieser Methode wird die Hornhaut des Auges fein eingeschnitten, umgeklappt und mit einem Laser abgetragen, danach wieder zurückgeklappt und fertig. So in etwa.
Bereits am nächsten Morgen geht es los. Die Klinik im Zentrum von Istanbul macht einen sehr sauberen und professionellen Eindruck. Eine deutschsprachige Angestellte der Vermittlungsagentur empfängt mich im Wartezimmer. Dort treffe ich auch weitere Deutsche, die zur Nachsorge da sind, nachdem sie am Vortrag operiert wurden. Alle ehemaligen Vieraugen sehen etwas fertig aus, sind aber begeistert. Lange können wir uns nicht unterhalten. Sie müssen zum Flieger und ich zur ersten von einem Dutzend Untersuchungen, die in den kommenden Stunden folgen werden.
Sprachprobleme gibt es wider Erwarten keine. Zwar sprechen die Ärzte nur rudimentär deutsch. Doch ihre Assistenten um so besser. In einem Acht-Augen-Gespräch machen mir die Ärztin und ihr Helfer Mustafa klar: Nichts steht der OP im Wege. In einer Dreiviertelstunde schon könnte es losgehen, wenn ich denn möchte. Ich will.

los, gib’s schon zu! du hast dich dann spontan doch für die brüste entschieden?
(und mal ehrlich: mal eben so was drin “vergessen”, oder aus versehen etwas “anschnippeln”, kann der deutsche arzt auch sehr gut…)
Von anne am 15.12.07 20:02
Ich käm vor Aufregung nicht vom Klo runter.
Von jette am 15.12.07 21:50
Scheint ja recht gut gelaufen zu sein deine OP. Sonst hättest du ja diese vielen Wörter und Buchstaben auch nicht eintippen können…
Von Cem am 15.12.07 22:58