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“Baby, Baby, Baby! Meine Augen sind zum Sehen da. Drum lass sie sehen. Und du wirst ernten, wo vorher Wüste war.”
(Rocko Schamoni)
Es ist Winter,
liebe Freunde. Vor uns liegen die Monate ‘kalt’, ‘grau’ und ‘dunkel’. Manch einer mag sich fragen, ob er sich das wirklich antun soll. Eine Umsiedlung in südliche Gefilde käme in Frage. Doch die kostet Zeit, Nerven und nicht zuletzt Geld.
Preiswerter ist da ein Selbstmord. Doch die passende Variante für sich zu finden, ist fast so anstrengend wie den richtigen Handytarif auszuwählen. Da verliert man schnell den Kopf.
Doch Rettung naht – und hier ist sie ja noch erwünscht. Die aktuelle ‘Weltwoche’ (Nr, 47, S. 54) hat in einer praktischen Tabelle die gängigsten Methoden aufgelistet. Sortiert nach Erfolgschance (%), Dauer und Schmerzfaktor (1-100).
Wer zu einem Gewehr greift und sich in den Kopf schießt, geht auf Nummer sicher. Die Erfolgschance liegt bei 99%, es tut nicht groß weh (6) und dauert zwei Minuten. (Fand ich überraschend lang, aber man hat halt keine Erfahrung.) Wer es eine Nummer kleiner mag und daher eine Pistole wählt, ist ähnlich safe (97%). Es dauert nur wenig länger (3 min) ist aber mehr als doppelt so schmerzhaft (13).
Für noch tapferere Naturen, die etwas Zeit mitbringen: Selbstverbrennung. Die tut richtig weh (95), dauert fast so lang wie Galileo (57 min) und ist in mehr als zwei Dritteln der Fälle (77%) erfolgreich.
In die Abteilung ‘lächerlich’ fällt ein Klassiker: Pulsadern. Dauert 105 Minuten und klappt nur in 6% der Fälle. Dummheit straft das Schicksal mit einem Schmerzfaktor von 71. Lasst es also einfach.
Last not least: rezeptfreie Medikamente. Vor der Arbeit eingeworfen sorgen sie für den großen Auftritt kurz vor Feierabend (452 min). Doch wie ‘Pulsadern’ klappt es man gerade in jedem zwanzigsten Fall (6%). Kann also auch sein, dass man nur auf die Tastatur bricht. Cheffe wird in jedem Fall Augen machen.
Sonntagsmomente
Im Taxi
“Das hätten Sie gestern sehen sollen. Das ganze Linden-Center stand Kopf. Nur junge Mädels. Die waren alle wegen “Asphalt” (*) da. Nummer 1 in Deutschland im Moment. Kommen aus Amerika. Sieht man nicht alle Tage.”
In der U-Bahn
“Kommsu morgen in die Schule?”
- “Alda, isch muss. War schon fünf Wochen nich mehr da.”
(*) Mehr zu den amerikanischen Straßenmusikern von “Asphalt” gibt es auf deren Website.
Aus aktuellem Anlass
Update (12:20h):
Nachbarn, bitte nicht die Feuerwehr rufen. Ich versuche nur, das Ding in der Küche anzumachen… Zumindest im Schlafzimmer hat es geklappt.
Update (13:16h):
Ich geb es auf. Heute bleibt die Küche kalt. Kein Feuer. Nur Qualm und eine Sicht, dass man in meinem Flur Autotests fälschen könnte:
Nachlese(n)
Der Zeit-Artikel von Ulf Poschardt ist zwar aus der Vorwahlzeit, aber deshalb nicht weniger lesenswert:
“Die Hälfte der Deutschen ist unentschieden, was sie wählen soll, besonders die Jungen der »Generation Zuversicht« (stern). Obwohl sie liberal denken, fühlen, handeln und träumen, fühlen sie sich durch das Personal der bürgerlichen Parteien nicht vertreten.
Sie jammern über ihr ewiges Praktikantendasein, Arbeitslosigkeit, lausige Aufträge und wissen auch, dass dies mit der Wirtschaftspolitik von Rot-Grün zu tun hat. Und dennoch stöhnen sie: »Die anderen kann ich nicht wählen, die sind zu eklig, das bringe ich nicht über mich.« Vorgebracht wird dies von intelligenten Menschen, die ihre inneren Widersprüche realisieren und Oberflächlichkeit geißeln.
Doch politisch kultivieren sie genau dies. Scheinbar kann kein Vertreter der bürgerlichen Parteien diese Menschen zur Wahrung ihrer Interessen ermuntern. (…)
Angesichts gravierender ordnungs- und gesellschaftspolitischer Antagonismen Plattencover und Frisuren zu Kriterien einer Wahlentscheidung zu machen, lässt Pop antiaufklärerisch werden – etwas, das er nie war.”
Jon Stewart kommt…
… nach Europa!
Der Host der Daily Show gibt ein Gastspiel im Londoner Prince Edward Theatre.
Wer Zeit, Geld und Glück hat, kann sich telefonisch (+44 870 850 9176) ein Ticket sichern und es mir schicken. Vielen Dank!







