Revolution der alten Säcke
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Manche Dinge sollten Frauen nicht tun: Im Stehen pinkeln, Kaugummi kauen, in den Krieg ziehen und eben Rugby spielen. Es sieht einfach scheiße aus. Aber wahrscheinlich bin ich ein reaktionärer Sack.
Traurig. Keine 30 und schon Betonkopf, denke ich selbstkritisch, während ich von der Mensa zum Institut stapfe.
Dort erwartet mich ein Großaufgebot der Polizei. Kein gutes Zeichen an der (ehemaligen) Kaderschmiede für Steinewerfer.
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Sie werden doch nicht… Ich ahne Böses, denke an den letzen großen Streik. Wegen Afghanistan. Damals besetzten Kommilitonen das Institut. Aus Protest: Nicht gegen das Terrorregime religiöser Fanatiker, nicht gegen die regelmäßige Steinigung von Frauen oder das Vernichten von Kulturdenkmälern, sondern gegen den bösen Feind, den Amerikaner.
Einer der Aufrührer wollte sich mit mir prügeln, als ich das Institut ohne ‘Passierschein’ zu betreten gedachte – was ich dann natürlich gelassen habe. Peace.
Doch die Befürchtungen am heutigen Tag erweisen sich als unbegründet. Keine Randale, kein Streik, kein Protest. Hat möglicherweise die Gegenrevolution begonnen? Sind die tapferen Jungs gekommen, um mal gründlich auszusieben. Ja?! Jaaa?! Nein. Die Revolution frisst an diesem Tage weder ihre Kinder noch Aufrührer sondern Brötchen. Gierig mampfend.
In Wirklichkeit sind die Polizisten angerückt, um einen prominenten Besucher zu schützen. Ein Seminar hat den Herrn Außenminister zu Gast. Ich stapfe weiter. Erleichtert. Bin ich doch an diesem Tag nicht der einzige reaktionäre Sack im Haus.
