“Er ist durch.”

Allgemein

Stefan Niggemeier in einem sehr lesenswerten Artikel in der FAZ über Harald Schmidt:

“Vielleicht gibt es einen psychologischen Effekt, wie bei einer Beziehung. Schmidt hat sich uns ein Jahr lang entzogen, und nach so einer Trennung ist nichts wie vorher. Man kann nicht einfach dort weitermachen, wo man die Beziehung unterbrochen hatte, die Natürlichkeit ist dahin. (…)
Heute in der ARD ist er dort angekommen, wo er hingehört, kein Feigenblatt im Privatfernsehen mehr, sondern ein überbezahlter Fernsehstar, ‚Grundversorgung” für die Öffentlich-Rechtlichen. Er ist, in jeder Hinsicht, etabliert. (…)
Die Leute haben so lange applaudiert, egal, was er gemacht hat, daß er denkt, er muß gar nichts machen. Er gibt sich einfach keine Mühe mehr.”

Niggemeier hat Recht. Die Zeiten, dass man IHN einschalten MUSS, sind einfach vorbei. Gerne angeschaut habe ich mir Schmidt nach dem Tod von Mosi und der Wahl Benedikts. Dort zeigte er seine Klasse. Die Ereignisse waren seiner würdig. An durchschnittlichen Tagen jedoch sollte man besser Kerner schauen.
In meinen Augen begann der ‘Fall Schmidts’ schon viele Monate vor dem Abschied von S1. Schon damals übte er sich mit albernen Spielchen und leerem Gerede kräftig im Zeittotschlagen. Gemeinsam mit ihm – dem bräsigen Jeansjackenträger der Geißel Gottes. Der A-Faktor erschloss neue Zuschauerschichten. Die Quoten waren auf dem Höhepunkt. Die Sendung am Ende. Der Wechsel in die ARD nur konsequent.

Vielleicht kommt die vorgezogene Bundestagswahl zur rechten Zeit.
Harald, zeig, was Du kannst, oder hör auf!

Update:

“Ich würde mir übrigens wünschen, dass der Begriff Bräsigkeit noch eine größere gesamtgesellschaftliche Penetration erfährt.”

(Harald Schmidt im Spiegel)

# | 27.05.05 | Comments Off



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