Anflug auf Budapest
Die Maschine schaukelt. Einige hundert Meter über dem Boden begrüßt uns Budapest mit anständigen Turbulenzen.
Meine Sitznachbarin beginnt, nervös in ihrem Handgepäck zu wühlen. Ihr Handy klingelt. “Ein Anruf!” wie sie blitzschnell folgert.
Ihr Instinkt scheint ihr zu signalisieren, dass Telefonieren an Bord eines Flugzeuges wahrscheinlich so angesehen ist wie Furzen in der ISS. Folgerichtig drückt sie den Anrufer weg. Dann möchte sie das Mobiltelefon wieder in der Tasche verstauen - wird jedoch von ihrem Begleiter daran gehindert. Er schaltet das Gerät ab.

(Obwohl ich wie ein dreckiger Airplane-Spotter aussah, die im Übrigen zu Recht prestigemäßig so ungefähr zwischen Star-Trek-Fan und Kinderschänder rangieren, musste ich das Flugzeug nach der sicheren Landung einfach fotografieren.)
Noch im Flughafen werde ich von einer bunten Schar Demonstranten begrüßt. Sie möchten die Ankommenden auf ihre Anliegenen aufmerksam machen. “Herr Mueller” und “T-Mobile Schulung” sind nur zwei der heißen Eisen. Unverdorbene Streitkultur einer jungen Demokratie. Diese Menschen haben noch Träume.

Was für eine Aussicht auf die schöne Stadt an der Donau!

Das findet auch Monika. Meine rüstige Urlaubsbekanntschaft ist leider schon ziemlich kapitalistisch eingestellt und hält Ausschau nach einer Eigentumswohnung.

Auch die Menschen in Budapest trauern um den Cheffe.

Ungarn ist ein Land mit einer interessanten Sprache. Manchmal hat man den Eindruck, das Land würde nur aus Songtiteln von Sigur Rós bestehen. Originelle Buchstabenkombinationen, deren Sinn man noch nicht einmal erahnen kann.
Auch sonst weiß Ungarn mit einigen Besonderheiten aufzuwarten. Kenner nennen seine Hauptstadt “Stadt der 1001 italienischen Botschaften”. Dieses besonders hübsche Exemplar ist eine davon. In ihr wohnt seltsamerweise der ungarische Staatspräsident.

Möchte sich der von Lärm und Staub gestresste Budapester erholen, zieht es ihn auf die Margareteninsel. Autoren von Reiseführern nennen den Park mitten in der Donau auch gerne “die grüne Lunge der Stadt”.
Die Einwohner Budapest nutzen sie sehr gerne zum Joggen. Am Flußufer wurde extra eine Tartanbahn errichtet, um die Knochen und Gelenke der Läufer zu schonen. Sehr beliebt ist sie auch bei alten Säcken, denen der Sandboden zu unbequem ist.

Holidays are nice
Holidays are fun
Holidays are wonderful
If you’re the one
That’s leaving on an airplane
Sitting on a train
Or just wasting time
Watching the clouds take shape.
(Sophia)


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