“Hausieren und Volkszählen verboten”
Dieses Schildchen bedeutete Widerstand. Es prangte in meinem sonst recht beschaulichen Heimatdorf neben einer Wohnungstür. Von dort zeugte es bis weit in die 90er Jahre hinein vom Unwillen, sich zählen (”vom Staat ausspionieren”) zu lassen. Nun ist es wieder so weit. Doch diesmal geht es um die gute Sache.
Jedes Jahr werden über 40 Millionen Kinder geboren, ohne dass sie registriert werden. Mit fatalen Folgen. Da sie offiziell nicht existieren, enden viele von ihnen als Prostituierte oder Kindersoldaten. Das wollen diese Männer ändern:
Mit einer ganzseitigen Anzeige im Time-Magazine werben sie für eine Kampagne namens “Plan”. (Nicht zu verwechseln mit “The Plan”. Daran hat Ruth Fisher in “Six Feet Under” teilgenommen. Und das gehört wirklich nicht hierher.)
Schauen wir uns die seltsame Anzeige, die offensichtlich aus mehreren Fotos zusammengebastelt ist, mal genauer an. Da haben wir also die Herren Berlusconi, Schröder, Bush und Blair. Letzterer lacht bewundernd (wie eigentlich immer) in Richtung US-Präsident. Dieser blickt auf den Bundeskanzler herab. Der wiederum schaut in Richtung Boden, als habe er etwas entdeckt. (Mein Tipp: Markenschild an Bush’s Jackettärmel)
Im linken Teil des Fotos redet der italienische Ministerpräsident gestenreich auf einen kleinen Jungen ein. Jener verfolgt mit leicht geöffnetem Mund, ehrfürchtigem Blick und gefalteten Händen die Ausführungen Berlusconis. Der Medienunternehmer stellt in diesem Arrangement die Lichtquelle dar. Ohne Zweifel: Hier strebt jemand nach Höherem (–> Gemelli-Klinik). Irrrtum ausgeschlossen.
Doch was hat das zukünftige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche dem kleinen Kerl mitzuteilen?
Möglichkeit 1:

Möglichkeit 2:

Möglichkeit 3:

Möglichkeit 4:


